Home

   ... und das sagte Pestalozzi:

 

1

Götter mögen das Ganze, Götter mögen die Welt besorgen; der Menschen Sorge für den Menschen ist Individualsorge ... (Sämtliche Werke 6/517)

2

Der Mensch wird wahrlich in aller Einfalt gross und stark, ohne dass er es sein und scheinen will; zwingt er sich aber, es zu sein und zu scheinen, so verkünstelt er sich und wird schwach. (Sämtliche Werke 7/317)

3

Der Mensch wird nicht, wie das Tier, zu dem, was er sein und werden soll, geboren, er wird, was er werden soll, nicht von sich selbst, er wird es nur durch die Erhebung seiner Natur zur Wahrheit und Liebe. (Sämtliche Werke 11/244)

4

Die Natur hat die höheren Anlagen des Menschen wie mit einer Schale umhüllet; zerschlägst du diese Schale, ehe sie sich von sich selbst öffnet, so enthüllst du eine unreife Perle, und zernichtest den Schatz des Lebens, den du deinem Kind hättest erhalten sollen. (Sämtliche Werke 8/286)

5

Bürger, der Mann ist seines Rechts nicht wert, der durch den Gebrauch desselben dem Vaterland schadet. (Sämtliche Werke 12/463)

6

Die Religion ist, insofern sie wirkliche und wahre Religion ist, wie die Sittlichkeit, gänzlich nur die Sache des einzelnen Menschen; ihre Wahrheit geht den Staat eigentlich nichts an, als nur insofern er schuldig ist, das Recht der Individuen, ihrer Überzeugung auf jeden Fall getreu zu sein, zu beschützen und zu erhalten. (Sämtliche Werke 12/153)

7

Ach, es braucht so wenig, einen ganzen Haufen Menschen nach seiner Pfeife tanzen zu machen, dass mir ein Bärenführer ein anderer Kerl ist als einer, der die Menschen tanzen macht. (Sämtliche Werke 3/310)

8

Ersatz der häuslichen Erziehung können die Schulen ewig nie werden; als Zugabe und Lückenbüßer derselben können sie der Welt dienen. (Sämtliche Werke 19/53)

9

Wenn wir Menschen sind und Menschen bleiben wollen, so müssen wir's mit dem armen Volke der Erde, das wir Verbrecher heißen, anders anfangen und ihre Rettung und Besserung als die erste Angelegenheit der Menschheit ansehen. (Sämtliche Werke 2/335)

10

Wer auf sich selber Holz spalten lässt, der kriegt nicht selten die Axt in den Rücken. (Sämtliche Werke 15/123)

11

Jedes Land, und besonders jedes freie Land, steht nur durch den sittlichen, geistigen und bürgerlichen Wert seiner Individuen gesellschaftlich gut; wo dieser mangelt, wo die Fundamente, aus denen dieser allein hervorzugehen vermag, mangeln, wo ein edelmütiger und erleuchteter  Eifer für die Allgemeinheit der Erziehung im öffentlichen und der Vater- und Muttereifer der reinen Wohnstubenkraft im Privatleben mangelt, da halten alle anderen Vorzüge eines Volkes die Feuerprobe ihrer Wahrheit im Glück und im Unglück nicht aus. Sie sind nur äußerlich, ob sie auch noch so sehr glänzen, sie sind innerlich voll Trug und Tand. (Sämtliche Werke 24A/203)

12

Geschichte und Erfahrung beweisen, dass die Kräfte des Menschen und ganzer Geschlechter von Menschen schwinden, wenn sie dahin gebracht werden zu glauben, es sorge jemand ohne ihr Zutun an Leib und Seele für sie. (Sämtliche Werke 3/460)

13

Das innere Wesen der Religion und des Glaubens ist durchaus kein Gegenstand menschlicher Meinungen, noch weniger menschlicher Zänkereien. Die Verschiedenheit der menschlichen Meinungen über Religionssachen ist nicht eine Verschiedenheit über das Wesen der Religion, sondern nur über ihre Schale; und es ist ein grosses Unglück, dass Menschen sich über diese Schale ereifern und einander darüber verdammen. (Sämtliche Werke 7/497)

14

Der Mensch weiss es nie an sich selber, wenn er aus Selbstsucht handelt, er dichtet sich in allem Tun seines Lebens edlere Beweggründe an. (Sämtliche Werke 12/82)

15

Meine Erziehungsversuche gingen gleich anfangs aus der innigsten Überzeugung hervor, dass alle Bemühungen für die intellektuelle Führung in ein Luftgebilde ausarten, wenn das Heiligste, das Höchste, das in der Menschennatur ist, nicht vor allem aus belebt, gesichert und aller äusseren Verstandes- und Kunstbildung zum unabänderlichen Fundament gelegt ist. (Sämtliche Werke 19, 23)

16

Es ist eine Schande, man lässt alles Unkraut wachsen, bis es erstarkt; dann wühlt man mit der öffentlichen Gerechtigkeit unter dem verheerten Volk wie die wilden Säue im Korn, und meint noch, mit dieser Schnorrenarbeit die höchste Weisheit der bürgerlichen Gesetzgebung erreicht zu haben. (Sämtliche Werke 3/406)

17

Erziehungs- und Haushaltungsgrundsätze Gertruds: Zu allem schweigen, was einen nicht angeht. Von dem das Maul nicht auftun, was man nicht wohl versteht. Beiseits gehen, wo man zu laut oder zu leise redet. Das wohl zu lernen suchen, was man wohl brauchen kann. Mit Kopf und Herzen immer am rechten Ort zu sein, und nie an gar vielen, aber immer bei sich selber. Und denen, so man schuldig, und denen, so man liebt, mit Leib und Seele zu dienen. (Sämtliche Werke 2/277 f.)

18

Er (der Pfarrer) machte überhaupt immer gar wenig aus Worten und sagte, sie seien, wie der Rauch, Zeichen des Feuers, nicht das Feuer selbst; und je reiner das Feuer, je weniger Rauch, und je reiner die menschliche Lehre, je weniger Worte. (Sämtliche Werke 2/345)

19

Jede gute Menschenerziehung fordert, dass das Mutterauge in der Wohnstube täglich und stündlich jede Veränderung des Seelenzustandes ihres Kindes mit Sicherheit in seinem Auge, auf seinem Munde und seiner Stirn lese.  (Sämtliche Werke 13/7 f.)

20

Es ist doch kaum etwas in der Welt, das den Menschen so durch und durch verdirbt und in allem, was er ist und tut, entstellt und hässlich macht, wie der Neid. (Sämtliche Werke  7/353)

21

Wahrheit, die aus Anschauung entquillt, macht das mühselige Reden und die vielseitigen Umtriebe überflüssig, die gegen Irrtum und Vorurteile ungefähr das wirken, was das Glockengeläute gegen die Gefahr des Gewitters.  (Sämtliche Werke 13/221)

22

Der Mensch muss in seinem Innern erhoben werden, wenn der Arme in seinem Äusseren erhoben werden soll, und ohne dass du den Menschen in seinem Innern erhebst, sinkt selbst der Reiche bei allem Glanz seiner äusseren Herrlichkeit unter den Zustand des innerlich wirklich erhobenen Bettlers herab. (Sämtliche Werke 19/29)

23

Das Leben bildet, und das bildende Leben ist nicht Sache des Wortes, es ist Sache der Tat. (Sämtliche Werke 6/449)

24

Wenn bei einem Menschen das Herz einmal hart ist, so ist's aus, was er auch sonst Gutes hat, man kann nicht mehr auf ihn zählen. (Sämtliche Werke 2/89)

25

Liebe ist das einzige, das ewige Fundament der Bildung unserer Natur zur Menschlichkeit. (Sämtliche Werke 21/226)

26

Jede einseitige Entfaltung einer unserer Kräfte ist keine wahre, keine naturgemässe, sie ist nur Scheinbildung, sie ist das tönende Erz und die klingende Schelle der Menschenbildung und nicht die Menschenbildung selber. (Sämtliche Werke 28/59)

27

Das Gefühl „Ich kann etwas“ ist für jedes junge Kind eine grössere Belohnung und eine grössere Freude als alle die Zierarten sein können, die ihm die Kunst und die Gunst der Menschen zur Aufmunterung, etwas zu lernen, je zu erteilen vermag. Diese Kunst ist in den Schulen unermesslich vernachlässigt, aber auch unendlich leichter in der Wohnstube als in der Schule. Die meisten Schulkünste, mit denen man die Kinder anreizt, etwas zu lernen, sind erbärmlich und widernatürlich. Sie machen das Kind höchstens geduldig für das, was man von aussen her in dasselbe hineinzubringen und ihm einzupfropfen sucht. Sie sind gar nicht geeignet, die Kinder dahin zu bringen, die Kraft, die sie zu dem, was sie lernen sollen, notwendig brauchen, in sich selbst zu fühlen, zu suchen und zu finden. (Sämtliche Werke 7/534)

28

Der Zweck aller Erziehung kann kein anderer sein, als durch die Erziehung dahin zu wirken, dass die Kinder der Menschen gottesfürchtig, fromm, verständig und für den ganzen Umfang ihrer Pflichten gegen Gott, gegen den Nächsten und gegen sich selbst willig, tätig, geschickt und zu jeder hierfür nötigen Anstrengung und Ausharrung kraftvoll gebildet werden. (Sämtliche Werke 6/469)

29

An sich ist das Wort ein nichtiger, leerer Schall, und es wird dem, der redet, nur durch seine Übereinstimmung mit der Kraft und Wahrheit, in der es von ihm ausgeht, und bei dem, der es hört, nur durch die Übereinstimmung mit der Kraft und der Wahrheit, die es in ihm antrifft, zu etwas mehr als einem leeren Schall: zu einer Realität. (Sämtliche Werke 6/391)

30

Ich suche durch mein Tun Erhebung der Menschennatur zum Höchsten, zum Edelsten - ich suche seine Erhebung durch Liebe und erkenne nur in ihrer heiligen Kraft das Fundament der Bildung meines Geschlechts zu allem Göttlichen, zu allem Ewigen, das in seiner Natur liegt. (Sämtliche Werke 21/226)

31

Unser Geschlecht bildet sich wesentlich nur von Angesicht zu Angesicht, nur von Herz zu Herz menschlich. (Sämtliche Werke 24 A/19)

32

Je mehr und je tiefer der Mensch denkt, desto sparsamer wird er in seinen Worten. (Sämtliche Werke 20/353)

33

Der Mensch muss für sein Herz notwendig wie einen Feuerherd haben, an dem es für ihn immer warm ist, und das ist ihm die Wohnstube. In dieser muss er sich erholen, erfrischen, erwärmen, und ausruhen. Von ihr erquickt, geht er dann wieder in Holz und Feld und an jede Arbeit, die sein Beruf ist. (Sämtliche Werke 7/292)

34

Der Grund, warum man arbeitet, ist das, was die Arbeit zu etwas Rechtem oder etwas Schlechtem macht. Das Auf-alle-Heller-Schauen, das Tag-und-Nacht-früh-und-spät-Sein, das Schlafüberwinden, das Hunger-und-Durst-, Frost-und-Hitze-Bemeistern, bloss um Geld zu verdienen, ist gewiss eine herzverhärtende und menschverderbende Narrheit, wenn nicht Liebe und Dank, segensvolle Aussichten, beruhigende Hoffnung diesen Arbeitstrieb und Arbeitseifer vernünftig leiten und menschlich erhalten. (Sämtliche Werke 7/446 f.)

35

Wo immer Ungerechtigkeit herrscht, da hat das Volk, menschlicherweise davon zu reden, keine Tugend, und wo immer das Volk keine Tugend hat, da herrscht Ungerechtigkeit. (Sämtliche Werke 1/197)

36

Es ist ein Unglück, wenn man in einem Land das Hüten und Wachen und Auflauern zu weit treibt und alle Dörfer und Ecken und Winkel mit geschworenen Leuten (= Beamte, Polizisten)  anfüllt. Man macht dadurch aus dem Volk selber allenthalben ein verfängliches, auflauerndes, misstrauisches und untreues Gesindel. (Sämtliche Werke 7/198)

37

Das Herz gibt allem, was der Mensch sieht und hört und weiss, die Farbe. (Sämtliche Werke 3/255)

38

Das Fundament einer guten Schule ist das gleiche wie das Fundament alles Menschenglücks und nichts anderes als wahre Weisheit des Lebens. (Sämtliche Werke 3/53)

39

Je mehr du liebst, je mehr wirst du geliebt, und je mehr du wert bist, je mehr kannst du lieben. Der schlechte Mensch ist ohne Liebe, und der schwache Mann mit anscheinender Liebe ist ein Trug, den jeder Wind wendet. (Sämtliche Werke 15/75)

40

Die Mittel meiner Erziehungsweise lenken im Ganzen und Allgemeinen gar nicht auf schnellen Erfolg und versprechen ihn auch nicht. Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das die Natur langsam erzieht; auch wir müssen es tun; alle ihre Mittel verbannen allen Schein unreifer Resultate, und fordern langes vertrauensvolles Warten in scheinlosen Elementarübungen. (Sämtliche Werke 21/80)

41

Die äussere Staatskraft ist zwar durchaus nicht ein genugtuendes Fundament auch nur des äusseren Staatssegens; sie ist nur die harte, oft sehr harte Schale der wirklichen Segnungen des Staates. ... Die innere Staatskraft, das innerlich schützende Mittel des Staatssegens, ist individuelle, sittliche, geistige, häusliche und öffentliche Kraft der Bürger selber. (Sämtliche Werke 24 B/114)

42

Wenn die Menschen zu Haufen zusammenstehen, dann verschwindet alles Gefühl der individuellen Schwäche unserer Natur, das Gefühl der tierischen Gemeinkraft unseres Geschlechts tritt dann ein, und dieses ist seiner Natur nach scham- und gewissenlos. Die zusammenstehende Masse unseres Geschlechts fühlt sich als zusammenstehend nicht menschlich, sie fühlt sich nur tierisch kraftvoll. (Sämtliche Werke 24 A/142)

43

Wir glauben überhaupt, der Jugendunterricht müsse in seinem ganzen Umfang mehr kraftbildend als wissensbereichernd sein; ohne Festhaltung dieses Grundsatzes sei keine Harmonie in den Anlagen des Kindes zu erzielen, und ohne diese werde unser Geschlecht im Gang seiner Ausbildung nicht menschlich kraftvoll, sondern bei der höchsten Anmaßung schwach und erbärmlich, und anmaßlich bei der höchsten Schwäche und Erbärmlichkeit. (Sämtliche Werke 21/73)

44

Das Weib, das dahin erhoben ist, ihrem Kind im vollen Sinn des Wortes ganz zu leben, d.h. ihr Leben für dasselbe hinzugeben, dieses Weib opfert sich nicht bloss für ihr Kind, es opfert sich für das Menschengeschlecht. (Sämtliche Werke 24A/202)

45

Es ist keine wahre Kunst der Erziehung, es ist keine wahre Bildungskunst zur Menschlichkeit ohne Verehrung der göttlichen Ordnung der Bildungsgesetze, die in der Menschennatur selbst liegen, denkbar und möglich. (Sämtliche Werke 25/284)

46

Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen; der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, übt und liebt. (Sämtliche Werke 15/140)

47

Die Bildung zur Menschlichkeit, die Menschenbildung und alle ihre Mittel sind in ihrem Ursprung und in ihrem Wesen ewig die Sache des Individuums und solcher Einrichtungen, die sich eng und nahe an dasselbe, an sein Herz und an seinen Geist anschliessen. Sie sind ewig nie die Sache der Menschenhaufen. (Sämtliche Werke 24A/19)

48

Eins ist not, nämlich gute Schulmänner. Wo diese mangeln, da ist aller übrige Schulumtrieb im Land das fünfte Rad am Wagen und Staub in die Augen für den Mann, der nicht sehen soll, was ihm mangelt. (Sämtliche Werke 19/77)

49

Es ist zwischen Wissen und Tun ein himmelweiter Unterschied. Wer aus dem Wissen allein sein Handwerk macht, der hat wahrlich gross acht zu geben, dass er das Tun nicht verlerne. (Sämtliche Werke 2/125)

50

Entweder führt man die Kinder durch die Kenntnis der Namen zu derjenigen der Sachen oder durch die Kenntnis der Sachen zu derjenigen der Namen. Die letzte Manier ist die meine. Ich will allenthalben Anschauung dem Wort und bestimmte Kenntnis dem Urteil vorhergehen lassen. Ich will Wort und Rede im Geist der Menschen gewichtlos machen und hingegen dem Realeindruck der physischen Anschauung das wesentliche Übergewicht sichern, das ihm gegen Schall und Laut so auffallend gebührt. (Sämtliche Werke 13/110)

51

Torheit und Irrtum trägt in jedem Gewand den Samen seiner Vergänglichkeit und seiner Zerstörung in sich selbst, nur Wahrheit trägt in jeder Form den Samen des ewigen Lebens in sich selbst. (Sämtliche Werke 13/280 f.)

52

Wahrheit und Recht sind für mein Geschlecht nur Täuschung und Schein, insofern er bloss tierisch handelt, bloss physische Kraft ist. Der freie menschliche Wille, das ist die Kraft meiner inneren Natur, mich durch eigenes Streben von dem Irrtum und dem Unrecht meiner tierischen Natur loszumachen, ist also für den Menschen die einzige Quelle seiner wirklichen Wahrheit und seines wirklichen Rechts. (Sämtliche Werke 12/158)

53

Viel Freiheit gehört ganz gewiss nur dem viel Guten und viel Weisen. Der viel Dumme und viel Böse kann sie nicht brauchen, und es ist sicher besser, er habe wenig. (Sämtliche Werke 7/419)

54

Es ist ein Unglück, dass der Mensch, sobald er aufhört, Knecht zu sein, immer so gewaltsam und zudringlich sucht, ein Herrscher zu werden. (Sämtliche Werke 7/419)

55

Wir suchen die Mittel der Erziehung und des Unterrichts zu vereinfachen und vorzüglich die Bildung des Volks mehr aus seinem Können als aus seinem Wissen hervorgehen zu machen. (Sämtliche Briefe 8/183 f.)

56

Überall tut man wohl, wenn man sich zehnmal besinnt, ehe man irgend etwas recht Großes, tief Eingewurzeltes und Feststehendes umhaut oder niederreißt. (Sämtliche Werke 11/162)

57

Die Religion ruft den Menschen nicht ab von Pflichten der Erde, sondern gibt ihm Kräfte, alles, was menschlich ist, bis auf den letzten Augenblick recht zu besorgen.  (Sämtliche Werke 7/305)

58

Der Mensch lernt das, was sein Beruf ist, im Scherz und Spass gewiss nie recht. (Sämtliche Werke 7/254)

59

Jede Korporation, sei sie auch, wofür sie wolle, korporiert, drückt immer in ihrem Fühlen, Denken und Handeln mehr oder minder, schiefer oder gerader den Geist ihrer Zeit aus und kann nie dem Strom, in dem sie mitschwimmt, einen Damm setzen, dir ihn aufhält und zurückdrängt.  (Sämtliche Werke 19/83)

60

Es ist vielleicht das schrecklichste Geschenk, das ein feindlicher Genius dem Zeitalter machte: Kenntnisse ohne Fertigkeiten.  (Sämtliche Werke13/334)

61

Mit dem Herzen allein wird das Herz geleitet.  (Sämtliche Werke 1/160)

62

Die Entfaltung der Anlagen ist in allem das Erste, wonach wir* streben; wir trachten überall, die Fächer der Kenntnisse, in denen wir Unterricht geben, mehr als Mittel der Geistesbildung als wie Mittel der Ausdehnung der Kenntnisse zu benutzen. (Sämtliche Werke 21/72).

63

Der Mensch kommt nicht dahin, sich durch seine intellektuelle Bildung wirklich zu veredeln, wenn diese nicht auf die vollendete Ausbildung seines Herzens gebaut ist. (Sämtliche Werke 14/349)

64

Der Mensch als Masse hat keine Tugend, nur das Individuum hat sie. Der Staat als solcher hat keine, er hat nur die Kraft, die Tugend der Individuen zu benutzen. (Sämtliche Briefe 6/165)

65

Freund! der Mensch ist gut und will das Gute; er will nur dabei auch wohl sein, wenn er es tut; und wenn er böse ist, so hat man ihm sicher den Weg verrammelt, auf dem er gut sein wollte. (Sämtliche Werke 13/244)

66

Man kann die Kinder das geweckte Leben höherer Gefühle dem gemeinen Auge und Ohr des Neugierigen nicht vorweisen und aussprechen machen, wie man sie die geweckten Kräfte ihres Geistes durch das Darlegen ihrer Resultate vorweisen und aussprechen machen kann. Man soll es nicht, und wo man es will, gibt man gerade dadurch der reinen sittlichen und religiösen Stimmung in ihrem Wesen den Tod. (Sämtliche Werke 19/23) 

67

Die sitzende Stellung ist für das jugendliche Alter die unnatürlichste, und wenn sie anhaltend ist, dem gesunden Wachstum des Körpers und der allgemeinen harmonischen Entfaltung seiner Kräfte höchst nachteilig. (Sämtliche Werke, Band 20, S. 253)